Stuhl Antony – Jean Prouvé

Dieser Stuhl, im Jahr 1954 von Jean Prouvé für die Universität Antony in der Nähe von Paris entworfen, ist eines seiner letzten und berühmtesten Werke. Ursprünglich für den öffentlichen Sektor bestimmt, erfüllt dieser Stuhl, durch seine an die Körperformen angepasste Biegung, auch alle Voraussetzungen für eine entspannte Sitzhaltung. Jean Prouvé galt als Pionier des 20. Jahrhunderts für modernes Möbeldesign und Architektur. Der überzeugte Anti-Konformist, versuchte Zeit seines Lebens die Grenzen des Möbeldesigns neu zu definieren.

Jean Prouvé (1901 – 1984), stark beeinflusst in seinen jungen Jahren von der dynamischen Künstlergruppe seines Vaters „L’École de Nancy“, entwickelte seine unglaublichen Talente als Autodidakt. Frei von allem Überflüssigen, gemäß dem Leitmotiv der Gruppe „L’Union des Artistes“, denen er als Gründungsmitglied gemeinsam mit den Künstlern Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand angehörte.

Die fließende und unkonventionelle Gestaltung des Antony Stuhles galten in der damaligen Epoche als Inbegriff des modernen und futuristischen Zeitgeistes. Heute ist dieser Stuhl ein gesuchter Klassiker und in seiner Schlichtheit – eine perfekte Ergänzung in jedem Interieur.

Jean Prouvé Dauerausstellung im Museeum Les Beaux Arts

Weltweit anerkannt für die zeitlosen und heute noch aktuellen Formen seiner Entwürfe, widmen ihm in seiner Wahlheimatstadt Nancy gleich zwei Museen „Les Beaux Arts“ und „L’Histoire du Fer“ mehrere Dauerausstellungen.

Stuhl „Cherner Chair“ von Norman Cherner

Der Cherner Chair gehört zu den Design-Ikonen des 20. Jahrhunderts. Der Stuhl mit seinen markanten, ausladend geschwungenen Armlehnen besteht aus Massivholz und fünf- bis 15-lagigem gebogenem Schichtholz. Sein „Vater“, der Amerikaner Norman Cherner (1920-1987), war ein Allroundtalent. Nach seinem Kunststudium in New York arbeitete er zunächst als Architekt und leistete auf diesem Gebiet bahnbrechende Pionierarbeit. Um in den Nachkriegsjahren die enorme Nachfrage nach Wohnraum in den USA zu befriedigen und ein Eigenheim für jeden erschwinglich zu machen, entwarf er Fertighäuser in Plattenbauweise. Außerdem entwickelte er Konzepte für den Innenausbau und die Möblierung der Häuser.

Cherner Chair – ein Armlehnenstuhl aus Schichtholz

Den Auftrag, einen Armlehnenstuhl aus Schichtholz zu gestalten, erhielt Cherner 1957 von einer Firma, die vorrangig diesen Werkstoff verarbeitete. Als Vorbild diente der Pretzel Chair von 1952. Er hatte eine ähnliche Form wie der Cherner Chair (sie erinnert an eine Brezel), war aber zu instabil und zu teuer in der Herstellung. Obwohl sein Stuhl die geforderten Kriterien erfüllte, wäre Cherner fast um seinen Erfolg betrogen worden. Die Firma teilte ihm mit, das Projekt sei eingestellt, produzierte den Cherner Chair aber trotzdem unter anderem Namen. Erst 1961 entdeckte Cherner seinen Stuhl in einem New Yorker Möbelgeschäft und konnte später seine Rechte durchsetzen.

Zeitlos modern – der Stuhl „S 664“ von Eddie Harlis

Der aus Osnabrück stammende Designer und Innenarchitekt Eddie Harlis entwarf 1954 den zeitlosen und bis heute sehr modern wirkenden Stuhl S 664. Harlis Vorliebe für schlichte, elegante Möbel spiegelt sich auch in diesem Designerstuhl wider. Der Stuhl S 664 gehört zu einem der frühen Modelle, die Harlis als freier Designer und Innenarchitekt für das Unternehmen Thonet anfertigte. Thonet ist eines der ältesten, familiengeführten Möbelhersteller weltweit. Das Unternehmen produziert hochwertige Möbel, die sowohl private als auch geschäftliche Wohn-, Arbeits- und Lebensräume veredeln. Im Anschluss folgten eine Vielzahl weiterer Produkte, die Harlis nicht nur für das Unternehmen Thonet, sondern auch für einige andere namhafte Möbelhersteller entwarf.

Stuhl S 664 – 50er Jahre Design für die Ewigkeit

Der Stuhl S 664 stammt aus einer Zeit, in der sich wieder verstärkt Aufbruchstimmung verbreitete. Von seiner Ausstrahlung hat der Stuhl S 664 bis heute nichts eingebüßt. Mit dem aus Stahl konstruierten Unterbau und der darauf liegenden Sitzschale aus gebeiztem oder lackiertem Holz werden zwei Elemente kombiniert. Diese strahlen Leichtigkeit und Robustheit zugleich aus.

Durch die zwei Öffnungen an den Seiten der Sitzschale reflektiert der Stuhl S 664 Licht und Schatten, wodurch der Eindruck entsteht, der Stuhl schwebe im Raum. Als schönes Designerobjekt der 50er Jahre lässt sich der S 664 mit ähnlichen Möbelstücken im futuristischen Look gut kombinieren. Das futuristische Flair kommt bei dem Stuhl S 664 besonders gut zur Geltung.