Die Vielfalt von antiken Stühlen: die Stilepoche macht den Unterschied

Einrichtungsfachleute empfehlen häufig die Kontrastbildung bei der Wohnungseinrichtung durch den Einsatz von modernen und antiken Elementen. Werden Antiquitäten wie etwa dunkle, edle Holzschränke beispielsweise mit einer weißen Sitzlandschaft kombiniert, verstärkt sich der ganz eigene Charme der modernen Möbel und der Antiquitäten durch die gewollte Kontrastbildung und die Vermischung der Stile. Zu den beliebtesten Stilrichtungen bei den Antiquitäten zählt der Louis-Seize Stil. Louis-Seize ist benannt nach König Ludwig XVI. von Frankreich, der das Land von 1774 bis 1792 regierte. Dementsprechend wird der Louis-Seize Stil in der Zeitspanne der Regentschaft Ludwigs angesiedelt. Diese Zeit gilt auch als Übergang vom Spätbarock, dem sogenannten Rokoko, zum beginnenden Klassizismus vor Ausbruch der Französischen Revolution (einen Überblick über die Möbel-Stilepochen finden Sie hier). Experten unterteilen den Louis-Seize Stil in die beiden Phasen von 1760 bis circa 1774 und von 1775 bis 1790.

Louis-Seize Stuhl – das königliche Sitzmöbel

Insbesondere die Tische, Schränke und Stühle dieser Epoche gelten als Meisterstücke der Tischlerkunst. Der Louis-Seize Stuhl unterscheidet sich von Sitzmöbeln anderer Epochen durch seine kannelierten Beine. Die Beine sind aus Harthölzern gefertigt, zum Teil auch aus Edelhölzern wie Mahagoni gearbeitet. Die Sitzflächen und Rückenlehnen dieser Antiquitäten zeigen Materialien wie Samt. Sie sind häufig durch leuchtende Farben wie etwa Türkis oder kräftiges Rot gekennzeichnet. Manche Exemplare weisen Verzierungen der Polsteranteile mit Motiven aus Flora und Fauna auf. So finden sich häufig gestickte Applikationen von Zweigen, Vögeln, Blumenkörben oder Früchten beim Louis-Seize Stil. Die Stuhlbeine sind mit einer Auskehlung versehen, was ihrer Form den geschwungenen Ausdruck verleiht. Einer der bekanntesten Hersteller von Stühlen im Louis-Seize Stil war Nicolas Foliot, ein Pariser Möbeltischler, zu dessen prominenter Kundschaft auch die französische Königin Marie Antoinette zählte.