Stuhl „Cherner Chair“ von Norman Cherner

Der Cherner Chair gehört zu den Design-Ikonen des 20. Jahrhunderts. Der Stuhl mit seinen markanten, ausladend geschwungenen Armlehnen besteht aus Massivholz und fünf- bis 15-lagigem gebogenem Schichtholz. Sein „Vater“, der Amerikaner Norman Cherner (1920-1987), war ein Allroundtalent. Nach seinem Kunststudium in New York arbeitete er zunächst als Architekt und leistete auf diesem Gebiet bahnbrechende Pionierarbeit. Um in den Nachkriegsjahren die enorme Nachfrage nach Wohnraum in den USA zu befriedigen und ein Eigenheim für jeden erschwinglich zu machen, entwarf er Fertighäuser in Plattenbauweise. Außerdem entwickelte er Konzepte für den Innenausbau und die Möblierung der Häuser.

Cherner Chair – ein Armlehnenstuhl aus Schichtholz

Den Auftrag, einen Armlehnenstuhl aus Schichtholz zu gestalten, erhielt Cherner 1957 von einer Firma, die vorrangig diesen Werkstoff verarbeitete. Als Vorbild diente der Pretzel Chair von 1952. Er hatte eine ähnliche Form wie der Cherner Chair (sie erinnert an eine Brezel), war aber zu instabil und zu teuer in der Herstellung. Obwohl sein Stuhl die geforderten Kriterien erfüllte, wäre Cherner fast um seinen Erfolg betrogen worden. Die Firma teilte ihm mit, das Projekt sei eingestellt, produzierte den Cherner Chair aber trotzdem unter anderem Namen. Erst 1961 entdeckte Cherner seinen Stuhl in einem New Yorker Möbelgeschäft und konnte später seine Rechte durchsetzen.