B42 von Ludwig Mies van der Rohe

Ludwig Mies van der Rohe wird der Ausdruck „weniger ist mehr“ zugeschrieben. Damit kommt die moderne Philosophie der klaren Linien seiner Arbeiten zum Ausdruck. Hauptsächlich als Architekt tätig, verstand er sich darauf, Gebäude mit einem frei zu gestaltendem Grundriss zu designen und so deren Nutzbarkeit auf die Bedürfnisse der Bewohner zuzuschneiden. Ludwig Mies van der Rohe stellte aber auch Möbel wie den Barcelona-Sessel her, die meist als konzeptionell passende Inneneinrichtung für seine Bauwerke entstanden.

Freischwinger Stuhl B42

Seine Möbel-Konstruktionen bestanden vorwiegend aus Stahlrohr, Glas, Leder und Flechtwerk. So auch der Freischwinger B42, welcher aus einem zusammenhängenden Stück Stahlrohr gefertigt ist. Rückenlehne und Sitzfläche bestehen aus Tecta-Geflecht. Beide Werkstoffe sind elastische. So passt sich die das Geflecht dem Körper an und die geschwungenen Vorderbeine geben beim Hinsetzen federnd nach. Stabilität wird dadurch erreicht, dass die Beine auf dem Boden bis zum hinteren Ende der Konstruktion weitergeführt werden. Das Weglassen der Armlehnen unterstützt den minimalistischen Stil von Ludwig Mies van der Rohe und vermittelt eine zusätzliche Leichtigkeit.

Bauhaus Designerklassiker

Dieser Designklassiker des Bauhausstils wurde 1927 von Ludwig Mies van der Rohe als Teil der Inneneinrichtung des Architekturprojekts Weißenhof-Siedlung in Stuttgart erschaffen. Deshalb heißt der B42 auch Weißenhof-Stuhl. Dessen Bauweise aus Flechthaut und Stahlknochen entspricht Ludwig Mies van der Rohes Entwurf bei Hochhäusern, welche dem „Haut-und-Knochen“-Prinzip entsprechen, bei dem sich um ein Stahlgerüst die Glashaut schmiegt. Dabei fällt alles Überflüssige ab und der Nutzer steht im Vordergrund.